Neue Eisenbahnbrücke, Linz

Neue Linzer Eisenbahnbrücke


Die Linzer Eisenbahnbrücke ist eine der Donaubrücken im Linzer Stadtgebiet und ist das Nachfolgebauwerk der gleichnamigen, im Jahr 1900 eröffneten Brücke (siehe unten). Die Brücke wurde von Marc Mimram Architecture Ingénierie, Paris, entworfen und besteht aus drei Pfeilern und vier Feldern. Die drei bogenförmigen Tragkonstruktionen erinnern an die alte Brücke, stehen aber nicht mit ihren Enden auf zwei Pfeilern, sondern jeweils mittig auf einem Pfeiler, wo sie durch zwei V-förmig angeordnete Stäbe getragen werden. Konstruktiv sind die Bögen Zügelgurttragwerke, bei denen Koppelelemente nach Art eines Einhängeträgers die Zwischenräume zwischen ihnen bzw. zu den Widerlagern überbrücken.

  • Gesamtlänge der Brücke: 400 Meter
  • Breite der Brücke: 31,5 Meter mit Aufweitung im Bereich der Balkone auf 33,7 Meter
  • Max. Höhe über der Fahrbahn: ca. 14,5 Meter
  • Gesamtgewicht Brückentragwerk: 16.500 Tonnen
  • Gewicht Stahlkonstruktion: 8.400 Tonnen
  • 8.000 Stahlbeton
  • 1.650 Tonnen Bewehrungsstahl (Widerlager, Pfeiler, Betonplatte)
  • 45.000 Korrosionsschutz

Alte Linzer Eisenbahnbrücke

Mailinge

Sechs Mailinge
Tusche auf Papier, 40×40 cm
Mailinge
Tusche auf Papier, 40×40 cm

Tusche auf Papier & 3mal pixelmatoriert, 40×40 cm


In der bildenden Kunst bezeichnet man mit Mailingen (abgeleitet von Mail Art) künstlerische Arbeiten oder Aktionen, die über den Postweg verbreitet werden. Gemeint sind dabei meist serielle, verschickte Kunstobjekte oder Einladungs- und Aktionssendungen, die bewusst das Medium Post als Teil des Kunstwerks nutzen.

Typische Merkmale von Mailingen in der Kunst sind:

  • Versand per Post als integraler Bestandteil des Werks
  • Vervielfältigung (z. B. Postkarten, Flyer, Collagen, kleine Objekte, Zines)
  • Serieller Charakter statt Unikat
  • Oft konzeptuell oder experimentell
  • Häufig außerhalb des Kunstmarkts angesiedelt (anti-kommerziell)
  • Teilweise interaktiv: Empfänger reagieren, verändern oder schicken etwas zurück

Historisch stehen Mailingen in engem Zusammenhang mit der Mail Art-Bewegung der 1960er/70er Jahre (u. a. Ray Johnson, Fluxus), die sich gegen traditionelle Ausstellungsformen und Institutionen richtete.

Kurz gesagt:
Mailingen sind verschickte Kunstwerke bzw. künstlerische Postaktionen, bei denen der Versand selbst Teil der künstlerischen Aussage ist.


Hier ein paar klassische Beispiele für Mailinge / Mail Art, von historisch prägend bis typisch für die Praxis:

1. Ray Johnson – New York Correspondence School

Der wohl wichtigste Ursprung.

  • Verschickte Collagen, Zeichnungen, Texte per Post
  • Empfänger sollten die Werke verändern und weiterleiten
  • Kommunikation selbst war das Kunstwerk
    👉 Prototyp des Mailings als Netzwerk-Kunst

2. Fluxus-Mailings

Künstler wie George Maciunas, Ben Vautier, Yoko Ono

  • Versendeten Anweisungen, Objekte, Konzeptkarten
  • Oft minimalistisch, ironisch, anti-elitär
  • Beispiel: eine Karte mit einer Handlungsanweisung statt eines „Werks“

3. Künstlerische Einladungskarten

Sehr verbreitet in den 1960er/70er Jahren:

  • Ausstellungseinladungen als eigenständige Kunstwerke
  • Sie fungieren gleichzeitig als Dokument, Objekt und Aktion
  • Serienhaft verschickt → klassisches Mailing

4. Mail Art Calls / Open Calls

  • Künstler verschicken einen Themenaufruf (z. B. „TIME“, „NOISE“, „MEMORY“)
  • Teilnehmende senden Arbeiten per Post zurück
  • Alles Eingesandte wird gezeigt, ohne Jury, ohne Verkauf

5. Künstlerzines & kleine Drucksachen

  • Gefaltete Hefte, Fotokopien, Stempelarbeiten
  • Oft handgemacht, nummeriert, postalisch verteilt
  • Grenze zwischen Literatur, Grafik und Objektkunst

6. Gestempelte Umschläge als Kunstwerk

  • Umschläge mit Zeichnungen, Überstempelungen, Collagen
  • Adresse, Briefmarke, Poststempel werden bewusst integriert
  • Der Umschlag selbst ist das Werk

7. Konzeptuelle Serienmailings

  • Ein Künstler verschickt über Monate hinweg regelmäßig Post
  • Jede Sendung Teil einer zeitlichen oder narrativen Reihe
  • Beispiel: monatlich ein Bild, ein Satz, ein Fundstück

Zusammengefasst

Typische Mailinge sind:

  • Postkarten
  • Umschläge als Objekt
  • Serielle Drucksachen
  • Einladungen
  • Mitmachaktionen
  • Konzeptuelle Versandreihen

 

Acryl, Aquarell, Zeichnung