Wir treffen uns bei den Löwen!

Tusche auf Papier, 40×40 cm

Mit dem Hauptbahnhof von Linz ist ein Satz verbunden: „Wir treffen uns bei den Löwen!“ Die beiden steinernen Löwen, die das Wappen des Landes Oberösterreich bzw. der Stadt Linz in den Pranken halten, waren so beliebt, dass sie bis auf die Bahnsteige und technische Einrichtungen die einzigen Relikte des Nachkriegsbahnhofs waren, die in den Milleniums-Neubau übernommen wurden. Dabei ist gar nichts an ihnen Linzerisch, denn sie wurden ursprünglich in der NS-Zeit von dem Salzburger Bildhauer Jakob Adlhart für Salzburger Todtbrücke – nach dem 2. Weltkrieg in Staatsbrücke umbenannt – aus Salzburger Marmor gehauen, und zwar für die 10. Version der heutigen Staatsbrücke. Ihr Schicksal war dann ein ähnliches wie die der Nibelungen-Standbilder auf der Linzer Nibelungenbrücke. Statt der geplanten vier wurden nur zwei Löwen verwirklicht und nach dem Krieg wollte sie in Salzburg niemand mehr haben. Mit neu gravierten Wappen fanden sie jedoch am Linzer Bahnhof doch noch eine Heimat. Über die Löwen als Nazi-Kunst gab es seit ihrer Aufstellung Kontroversen., doch 1999 stellte der Linzer Gemeinderat mit großer Mehrheit ihre „ideologische Läuterung als Wahrzeichen des Linzer Hauptbahnhofs“ fest.

Bei der Tuschezeichnung handelt es sich um den rechten Löwen, der das Wappen von Oberösterreich festhält. Das aktuelle Wappen besteht aus einem gespaltenen Schild, der von einem Erzherzogshut gekrönt ist.
Heraldisch rechts (vom Betrachter links): Ein goldener Adler mit roter Zunge und roten Krallen in Schwarz.
Heraldisch links (vom Betrachter rechts): Ein dreimal von Silber (Weiß) und Rot gespaltener Schild.


Kuriose Phantasie einer KI 😉

Eine künstliche Intelligenz lieferte übrigens folgende Geschichte und schrieb:
Hier ist die Geschichte hinter den steinernen Wächtern:
Die Herkunft: Wächter der Nibelungenbrücke
Die Löwen waren ursprünglich nicht für den Bahnhof geplant, sondern für die Nibelungenbrücke.
Entstehungszeit: Sie wurden zwischen 1940 und 1941 geschaffen, zur Zeit des Nationalsozialismus, als Linz zur „Patenstadt des Führers“ ausgebaut werden sollte.
Der Schöpfer: Die Skulpturen stammen von dem Bildhauer Bernhard Graf.
Das Material: Sie bestehen aus massivem Granit, was typisch für die monumentale Architektur dieser Ära war.
Eigentlich sollten insgesamt vier Löwen die Brückenköpfe der Nibelungenbrücke flankieren. Doch der Krieg verhinderte die Fertigstellung des gesamten Ensembles. Nur zwei der Löwen wurden tatsächlich fertiggestellt und aufgestellt.
Der Umzug: Vom Brückenkopf zum Bahnhof
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs empfand man die wuchtigen Granitfiguren auf der Brücke zunehmend als unpassend – sowohl aus ästhetischen Gründen als auch wegen ihrer Entstehungsgeschichte.
Abtransport: In den 1950er-Jahren wurden sie von der Nibelungenbrücke entfernt.
Zwischenstation: Bevor sie ihren heutigen Platz fanden, waren sie zeitweise eingelagert.
Neuer Standort: Schließlich entschied man sich, die Löwen am Vorplatz des (alten) Linzer Hauptbahnhofs aufzustellen. Sie sollten den Reisenden ein Gefühl von Beständigkeit und „Willkommen“ vermitteln.
Die Löwen heute
Beim Neubau des Linzer Hauptbahnhofs (eröffnet 2004) wurden die Löwen beibehalten, aber neu positioniert. Heute flankieren sie den Abgang zur unteren Ebene bzw. die Rolltreppen im Bereich des Bahnhofsvorplatzes.
Interessanter Fakt: Obwohl sie aus einer dunklen Ära der Stadtgeschichte stammen, haben die Linzer die Löwen ins Herz geschlossen. Sie sind heute weniger ein politisches Symbol als vielmehr ein beliebter Treffpunkt („Treffen wir uns bei den Löwen“).


Die Wahrheit zu den Statuen für die Nibelungenbrücke

In Wahrheit sollten vier Skulpturen auf Wunsch von Adolf Hitler auf der Brücke positioniert werden, und zwar sechseinhalb Meter große Reiterstandbilder von Siegfried, Kriemhild, Gunter und Brunhild. Zwei weitere Figuren – Hagen und Volker – waren für den Brückenaufgang in Urfahr vorgesehen. Beauftragt dafür war der deutsche Bildhauer Bernhard von Plettenberg, der sich nach Kriegsende in den 1950er-Jahren an den Linzer Magistrat wandte, um die Umsetzung zu erwirken. Die Anfrage wurde abgelehnt und die Statuen blieben Gipsmodelle – eines davon ist heute in der Dauerausstellung des Nordicos zu sehen.

Diese vier Skulpturen finden sich auch in dem Gedicht

Nibelungen.Brücke

RampeBrunhild & Kriemhild
uns ist in alten maeren
Zwei.Zeiten.Brücke
wunders vil geseit
Vor.Zeit & Un.Zeit
von vreude und hôchgezîten
entzweitest & verbandest
von helden lobebaeren
Zwei.Reich.Brücke
von grôzer arebeit
Reich & ge.Reicht
von weinen und von klagen
Zwei.Zonen.Brücke
von küener recken strîten
Zwei.Zungen.Brücke
muget ir nu wunder hoeren sagen
Gunther & Siegfried

Nest mit Ostereiern

Tusche auf Papier, 40×40 cm

Zum Gratis-Download: Osternest zum Ausmalen (png-Datei, 635 KB)


Das Ausmalen ist für Kinder aus mehreren Gründen eine sehr beliebte Tätigkeit, und es hat auch positive Auswirkungen auf ihre zeichnerische und kreative Entwicklung. Das Ausmalen unterstützt Kinder in ihrer Entwicklung, indem es ihre Kreativität, Feinmotorik, Wahrnehmung und Konzentration fördert und gleichzeitig als entspannende und erfüllende Tätigkeit dient. Es ist nicht zuletzt eine Grundlage, um späteres Zeichnen und andere künstlerische Fähigkeiten zu entwickeln und zu vertiefen.

Förderung der Kreativität: Beim Ausmalen können Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Sie entscheiden, welche Farben sie verwenden und in welchem Stil sie das Bild gestalten wollen. Auch wenn sie manchmal vorgegebene Muster ausmalen, können sie sich in ihrer Farbauswahl und -kombination kreativ entfalten. Dies fördert ihre kreative Denkweise und hilft, die Grundlage für späteres eigenständiges Zeichnen und Malen zu schaffen.

Verbesserung der Feinmotorik: Das Ausmalen erfordert Präzision und Kontrolle über den Stift oder Pinsel, was die Hand-Augen-Koordination und die Feinmotorik der Kinder verbessert. Sie lernen, wie sie ihre Bewegungen gezielt lenken und die Farbbereiche innerhalb von Linien halten, was wiederum ihre Handfertigkeit und die Kontrolle über den Stift oder Pinsel schult.

Förderung der visuellen Wahrnehmung: Beim Ausmalen müssen Kinder Formen, Linien und Räume erkennen und verstehen. Sie müssen sich vorstellen, welche Farben am besten zu einem bestimmten Bild passen, und sie lernen, wie Farben die Stimmung oder den Charakter eines Bildes beeinflussen können. Diese Fähigkeit zur visuellen Wahrnehmung ist auch für das spätere Erlernen von Zeichnen und Malen wichtig.

Stärkung der Konzentration und Geduld: Das Ausmalen erfordert eine gewisse Ausdauer und Geduld, insbesondere wenn es darum geht, sorgfältig innerhalb der Linien zu bleiben und auf Details zu achten. Dies stärkt die Konzentrationsfähigkeit der Kinder und hilft ihnen, sich länger mit einer Aufgabe zu beschäftigen, was wiederum ihre Fähigkeit zur Problemlösung und zum fokussierten Arbeiten fördert.

Emotionale Entlastung und Stressbewältigung: Ausmalen kann für Kinder eine beruhigende und therapeutische Wirkung haben. Es gibt viele Studien, die zeigen, dass kreative Aktivitäten wie Malen helfen, Stress abzubauen und emotionale Spannungen zu lösen. Für Kinder ist das Ausmalen eine Möglichkeit, ihre Gefühle auf eine nonverbale Weise auszudrücken und sich in einer sicheren Umgebung zu entspannen.

Selbstwirksamkeit und Stolz: Kinder erleben beim Ausmalen häufig ein Erfolgserlebnis, wenn sie ein Bild vollständig ausgemalt haben. Dieser Prozess steigert ihr Selbstbewusstsein und ihre Motivation, weitere kreative Tätigkeiten zu versuchen. Das Gefühl, ein „fertiges“ Kunstwerk zu haben, fördert das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Vorbereitung auf das Zeichnen: Auch wenn das Ausmalen an sich nicht das Zeichnen ist, ist es ein wichtiger Schritt, um spätere zeichnerische Fähigkeiten zu entwickeln. Kinder lernen, wie man mit Linien und Formen arbeitet, und entwickeln ein Verständnis für das Zusammenspiel von Formen und Farben. Diese Erfahrung hilft ihnen, die nötigen Grundlagen zu erlernen, um später selbstständig zu zeichnen und kreativ zu gestalten.


Kurz nach Ostern fand sich in einem Wissenschaftsmagazin ein Text unter dem Titel „Die Neuropsychologie der Ostereiersuche“, in dem erklärt wird, dass das Suchen nach Osterneiern bzw. nach Gegenständen eine kognitive Höchstleistung des menschlichen Gehirns ist, die auf drei zentralen Prinzipien basiert:

Der Pop-out-Effekt: Einfache Merkmale wie eine auffällige Farbe (rotes Ei auf grünem Rasen) verarbeitet das Gehirn automatisch und blitzschnell. Schwierig wird es erst, wenn man nach Kombinationen (Farbe + Muster) suchen muss; dann schaltet das Gehirn auf eine mühsame, schrittweise Suche um.
Die mentale Suchmaske (Guided Search): Menschen erstellen im Kopf ein Bild dessen, was sie erwarten. Suchen sie nach „Gelb“, blendet das Gehirn andere Farben aktiv aus. Das macht zwar effizient, aber auch „blind“ für Objekte, die nicht exakt in dieses Schema passen.
Der Hippocampus und die Perspektive: Das Gehirn speichert Orte immer im Verhältnis zur Umgebung. Wenn man feststeckt, hilft ein physischer Perspektivwechsel (z. B. in die Hocke gehen). Das zwingt den Hippocampus, die räumliche Karte neu zu berechnen und macht „unsichtbare“ Dinge plötzlich sichtbar.

Fazit für den Alltag: Wer seinen Schlüssel sucht, sollte das visuelle Chaos reduzieren, sich das Zielobjekt ganz präzise vorstellen und schlichtweg einmal den Blickwinkel ändern. Viel Erfolg bei der nächsten Suche – egal, ob es um Schokolade oder den Haustürschlüssel geht!

Quelle

https://scilogs.spektrum.de/hirn-und-weg/die-neuropsychologie-der-ostereiersuche/ (26-04-07)

Acryl, Aquarell, Zeichnung